Sonntag, Januar 21

[Hörbuchrezension] Die Hexenholzkrone 1 von Tad Williams

[Anzeige enthält Werbelinks]

 MP3 CD Ungekürzte Lesung
Verlag: der Hörverlag
Erscheinungstermin: 30. Oktober 2017
ISBN-10: 384452570X



Osten Ard ist in Aufruhr. Seit 30 Jahre regieren König Simon und Königin Miriamel über ihr Land mit Weisheit und Güte. Doch die dunklen Mächte sammeln sich um die Nornenkönigin und wollen sich Osten Ard untertan machen. Vor allem Prinz Morgan ist in Gefahr, denn die Feinde wollen seine Thronbesteigung verhindern und selbst an die Macht. Da ruft Simon seine alten Freunde zu Hilfe und Binabiq, Aditu, Jiriki und Jeremias treten mit ihm gegen die dunklen Mächte an. Wird es einen gerechten Kampf geben? Können die Freunde Osten Ard verteidigen? Und wird Prinz Morgan unversehrt aus der Schlacht zurückkommen?

Tad Williams wurde 1957 in San José (Kalifornien) geboren, studierte in Berkeley, war Sänger der Rockband Idiot, war in einer Computerfirma und als Lehrer, Manager eines Finanzinstituts, am Theater, als Schuhverkäufer und Versicherungsvertreter tätig. Er moderierte zehn Jahre lang eine Radio-Show und arbeitete an dem ersten komplett interaktiv funktionierenden Fernsehprogramm mit. Als Autor wurde er durch seinen Zyklus "Das Geheimnis der großen Schwerter" rund um das phantastische Land Osten Ard bekannt. Seine "Otherland"-Tetralogie wurde weltweit veröffentlicht; allein von der deutschsprachigen Ausgabe wurden über 200.000 Exemplare verkauft. Neben seinen Fantasy-Bestsellern schreibt Tad Williams Drehbücher und Hörspiele, erfindet Computerspiele und zeichnet Comics. Er lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in der Nähe von San Francisco.

Andreas Fröhlich, geboren 1965, wurde im Alter von sieben Jahren im Kinderchor des SFB entdeckt. Mittlerweile ist er als "Hörspieler" Interpret unzähliger Hörbücher und erhielt 2010 nach drei Nominierungen den Deutschen Hörbuchpreis als bester Interpret für den Titel "Doppler", der in seiner eigenen Hörbuchreihe "Edition Handverlesen" erschien. Für den Hörverlag übernahm er unter anderem Rollen in den Hörspielen von Alexandre Dumas "Die drei Musketiere", den "Wallander"-Hörspielen, der "Otherland"-Saga, sowie "Das Geheimnis der Großen Schwerter" und "Der letzte König von Osten Ard" von Tad Williams. Darüber hinaus liest er den Bestseller "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" und "Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" von Walter Moers. Andreas Fröhlich zählt zu den bekanntesten Synchronsprechern Deutschlands und leiht u. a. John Cusack und Edward Norton seine Stimme. Zudem ist er als Dialogbuchautor und Dialogregisseur tätig und u.a. für die deutsche Synchronfassung der "Herr der Ringe"-Trilogie verantwortlich, in der er auch die Rolle des Gollum übernahm.

Auf dem Cover sieht man im Vordergrund ein prachtvoll verziertes Horn vor einem, ich interpretiere dieses mal, Hexenholz-Baum. Das Ganze spielt sich vor einem leicht marmorierten, hellgrauen Untergrund ab. Oberhalb des Baumes prangt neben der üblichen MP3Cd und dem Namen des Verlages der Name des Autors in rot und recht groß, wogegen der Titel schon klein und unleserlich wirkt. Im Gegensatz zum Buchcover ist der Titel auch zu weit in die Illustration gerutscht was wohl der Größe geschuldet ist aber bestimmt besser umzusetzen gewesen wäre. Somit verschwimmt der Titel etwas.

Die Hülle lässt sich zwei mal aufklappen. Beim ersten aufklappen blickt man auf zwei Seiten mit Namen der im Hörbuch vorkommenden Charaktere und jeweils einer kurzen Erläuterung. Ich kann nur empfehlen diese Aufmerksam zu lesen, da es sehr hilfreich sein kann beim hören die Namen mal gelesen zu haben.
Beim weiteren aufklappen findet man sowohl die Trackliste als auch ein Glossar für die Orte sowie einige allgemeine Begriffe.
Eine Karte Osten Ards ist ebenfalls abgedruckt und hilft sich geografisch zurechtzufinden.

„Die Hexenholz Krone Teil 1“ ist die Fortsetzung der erfolgreichen Osten Ard Saga von Tad Williams und spielt ca. dreißig Jahre, eher etwas mehr, nach dem Band „Das Herz der verlorenen Dinge“.

Es gibt einen neuen König in Osten Ard. Hochkönig Simon der mit seiner Frau Miriamel über das weite Land herrscht. Es ist Frieden im Land, die Nornen haben sich in ihre letzte Festung, den Berg Nakkiga, zurückgezogen und bis auf sporadische Sichtungen leben die Rimmersleute unbehelligt. Der Hochkönig und sein Gefolge sind auf dem Weg nach Elvritshalla um dem im Sterben liegenden Herzog Isgrimnur noch einmal zu sehen.
Den legendären Herzog Isgrimnur, der Osten Ard gegen die Nornen verteidigte und in den Berg trieb, wo sie sich seither nicht mehr hinaus wagen.
Mit dabei ihr Throngefolge so wie ihr Enkel, der Thronerbe Osten Ards, Prinz Morgan.
Morgan, dessen Vater jung verstarb, treibt sich stets in Wirtshäusern herum wo er sich mit seinen Freunden Ritter Astrian, Ritter Olveris und Ritter Porto, der Held der Schlacht um Nakkiga, seiner Lieblingsbeschäftigung hingibt: dem Trinken.
Morgan der nur widerwillig auf die Reise ging sträubt sich gegen alles was seine Großeltern für angebrachtes Verhalten eines Thronfolger erachten. Was schon ein gewisses Konfliktpotential birgt und seinen Großeltern mehr Geduld abverlangt als sie aufbringen können.

Es beginnt eine Reise voller Konflikte zwischen Alt und Jung, zwischen Wissen um die Vergangenheit und Ahnungen für die Zukunft.
Irgendwas ist in der Luft, es brodelt leise in der Ferne, im Norden, im Berg.

Auch die Hikeda´ya sind nicht untätig. Die Nornen sitzen im Berg Nakkiga, in den sie im Krieg getrieben wurden. Ihre letzte Zuflucht: die Wiege ihrer Zukunft oder das Grabmal ihrer Art.

Viyeki, Großmeister der Bauleute, hat eine Tochter mit einer sterblichen Sklavin. Diese Halbblüter wurden als notwendiges Übel erachtet da sie den Fortbestand der Hikeda´ya sicher sollen - vornehmlich als Soldaten. Sie haben Hikeda´ya-Eigenschaften sind jedoch im Gegensatz zu den reinblütigen Nachkommen mit menschlichen Empfindungen ausgestattet die ein Zeichen von Schwäche und Unvollkommenheit sind.
Die Liebe Viyekis zu seiner Sklavin bringt ihn kurzerhand in Bedrängnis und das nicht nur bei seiner Frau Khimabu.

Die Königin Aller ist aus dem Keta yi´indra erwacht und kann trotz ihrer Schwäche nicht glauben, was ihr Volk in ihrem Namen für törichte Taten verübte und sich darauf ausruhte existent zu sein.
Sie sinnt auf Rache für die Gefallenen, koste es was es wollte. Sie herrscht mit eiserner Hand und wilder, hasserfüllter Entschlossenheit um die Menschenlande mit Blut zu tränken.

Die Hand der Königin wird entsannt um ihr Gegenstände vom größten Wert zu besorgen. Nezeru, die dem Orden der Opfermutigen angehört, ist Teil dieser Mission und wird sich zum ersten Mal in ihrem Leben ihrer menschlichen Seite bewusst. Sie zieht mit den Mitgliedern der Hand unter Anführer Makho durch die Menschenlande um zu einem weit entfernten Ort zu gelangen, wo sie finden wollen was die Königin ihnen auftrug. Als sie auf die Karawane um Hochkönig Simon treffen, der sich auf dem Rückweg von Elvritshalla nach Erchester, dem Königssitz, befindet ist beiden Seiten eines klar: es steht ein Krieg bevor.

Die Geschichte beginnt wie schon „Das Herz der Verlorenen Dinge“ unvermittelt in der Mitte,um kurz darauf einen Zeitsprung in die Vergangenheit zu machen und die Geschehnisse von Anfang an zu beleuchten.
Orte und Handlungen werden kaum merklich gewechselt, es sei denn ein neues Kapitel beginnt. Diese werden angesagt. Somit ist man manchmal ein wenig verwirrt, wenn wieder ein neuer Name auftaucht und man diesen nicht ins vorangegangene Geschehen einordnen kann.

Man kann die Geschichte allerdings auch gut ohne Vorkenntnisse hören. Ich selber kenne die ersten Bände der Osten Ard Saga nicht und bin erst mit „Das Herz der Verlorenen Dinge“ eingestiegen. Einige der Protagonisten kannte ich daher schon.
Sie werden aber alle in den Kontext gerückt, so das man sich keine Sorgen machen muss das irgendeine Person unbeleuchtet bleibt.
Es wird auch vieles von dem Krieg der In „Das Herz der Verlorenen Dinge“ tobt wiederholt und erzählt.
Gut, das ist dann nicht ganz so interessant da man den Zusammenhang schon kennt aber so ist es auch möglich das Hörbuch zu verstehen ohne vorherige Bände zu kennen.

Die Charaktere bauen sich langsam auf. Man erfährt zu Anfang einen groben Umriss, der nicht all zu viel verrät. Im Geschehen kommen dann immer mehr Details hinzu. Vorher nur flüchtig erwähnte Personen schieben sich dann zeitweise in die Haupthandlung und bekommen einen neuen Platz in der Geschichte.
So bleibt es spannend, da man kaum abschätzen kann wie es sich entwickeln wird. Das ist auch die größte Stärke des Hörbuchs es lebt von seinen Charakteren. Da es sich um den ersten Teil eines Zweiteilers handelt, passiert teils recht wenig was die Geschichte voran bringt, wird aber durch die Dialoge und Handlungen der interagierenden Personen soweit mitgenommen das es nicht langweilig wird.

„Die Hexenholzkrone 1“ endet mit einem Cliffhanger der seines Gleichen sucht. Mitten im spannendsten Moment, in der größtmöglichen Erwartungshaltung ist Schluss. Was einen ziemlich aufregt aber zugleich extrem neugierig auf den nächsten Teil macht.

Das Hörbuch ist Fantasy-typisch. Ein bisschen Ritter und Burgen, Menschen und Fabelwesen und allerlei merkwürdige Kreaturen von Riesen bis Zwergen. Es klingt alles sehr vertraut ohne jedoch klischeehaft zu sein.
Das Osten Ard Universum ist letztlich halt doch eine eigene Welt in die man abtaucht. Die Schauplätze sind gut dargestellt und man hat immer direkt ein Bild des Ortes vor Augen ohne das man direkt einen Vergleich zu verfilmten Fantasyromanen herstellen könnte.

Ein weiteres großes Plus der Hörbuches ist der Sprecher. Andreas Fröhlich schafft es auch in diesem Tad Williams Band mich voll zu überzeugen. Ich finde seine Stimme überaus angenehm. Auch wenn es sich hier und da nur um Nuancen handeln dürfte kann man die Personen anhand seiner Aussprache und sprachlichen Feinheiten auseinander halten. Das ist eine für mich -wenn man mal die Charakterdichte des Buches bedenkt- großartige Leistung. Er schafft es die Handlung mit Leben zu füllen.
Es gibt nichts schlimmeres bei einem Hörbuch als wenn einem der Sprecher nicht zusagt. Aus diesem Grund musste ich auch schon nach kurzer Zeit Hörbücher abbrechen, weil Stimmen nicht ertragbar waren oder nicht zur Stimmung der Handlung passten. Diese Befürchtung braucht man hier nicht zu haben.
Qualitativ sind „Das Herz der Verlorenen Dinge“ und „Die Hexenholzkrone“ erste Klasse.

Mir hat „Die Hexenholzkrone Teil1“ sehr gefallen. Ich bin erst „Mit das Herz der Verlorenen Dinge“ in die Welt Osten Ard eingestiegen jedoch kann ich mich ihr nicht mehr entziehen. Die Geschichten sind für mich eine der besten Fantasyreihen die geschrieben wurden und die als Hörbuch einfach mitreißen, was nicht zuletzt ein Verdienst von Andreas Fröhlich als Sprecher ist. Diese Kombination ist genau die Richtige.

Ich kann dieses Hörbuch nur jedem empfehlen der auf Fantasy abfährt und sich aus dem Alltag in eine andere Welt flüchten möchte. Genug Zeit hat man bei den knapp 23 Stunden Spieldauer auf jeden Fall.


Hier gibt es ab jetzt noch jemand neues



Kennt ihr das: man begeistert sich für etwas und steckt irgendwann auch die Menschen in seiner Umgebung damit an? 

Na, genau das ist bei uns passiert. Mein Mann erfreut sich mehr und mehr an Hörbüchern, vor allem an Fantasy-Hörbüchern und da er mit so viel Begeisterung davon erzählt, hat er sich kurzer Hand dazu entschlossen euch über das ein oder andere zu berichten. Wie oft er Hörbücher rezensiert ist noch offen. Je nach dem, wie oft etwas sein Interesse wecken kann. Es bleibt also spannend :-)
Es wird für euch aber immer erkennbar sein, wenn es seine Meinung ist. 

Die erste Rezension von ihm könnt ihr allerdings schon heute Abend auf diesem Blog lesen. 
Er würde sich genauso über Rückmeldung freuen wie ich es tue. Wenn ihr also mögt, heißt Jürgen in der Runde der begeisterten Leser und Hörbuchhörer willkommen. 

Und nun hoffen wir einfach, euch gefällt diese kleine Erweiterung und dem ein oder anderen von euch hilft dieser andere Blickwinkel auf Hörbücher bei der Entscheidungsfindung. 

Auf eine schöne Zeit
Steffi und Jürgen

Dienstag, Januar 16

[Verlosung] Lass mich los von Jane Corry




Vor zwei Tagen habe ich euch >>HIER<< erzählt, wie ich „Lass mich los“ von Jane Corry fand.
Aber wie das bei Büchern immer so ist, jeder empfindet das Gelesene anders und so kann man bei einer Geschichte unzählige unterschiedliche Meinungen finden.

Um euch jetzt auch die Chance zu geben, euch über „Lass mich los“ eine eigene Meinung zu bilden, darf ich 
drei Exemplare 
an euch verlosen, die der Diana Verlag mir dafür freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat.

Was genau ihr tun müsst, um im Lostopf zu landen? Ganz einfach:

Verratet mir, was euch daran reizt diesen Psychothriller zu lesen. Gerne könnt ihr >>HIER<< noch mal in meine Rezension schauen und euch Klappentext oder meine Meinung zum Buch durchzulesen.




Und wie immer gelten die folgenden Teilnamebedingungen:

1.) Die Verlosung ist für meine Leser, folgt meinem Blog also auf Google+ oder GFC
2.) Es darf jeder teilnehmen der das 18. Lebensjahr vollendet hat, oder aber bei Minderjährigen die Einverständniserklärung der Eltern besitzt.
3.) Die Teilnahme ist mit gültiger Postadresse in Deutschland möglich.
4.) Die Verlosung endet am 30.01.2018 und wird wenige Tage nach Einsendeschluss ausgelost und die Gewinner hier auf dem Blog namentlich bekanntgegeben.
5.) Die Gewinne werden schnellstmöglich nach Auslosung versendet.
6.) Der Gewinn kann nicht ausbezahlt werden.

7.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Sonntag, Januar 14

[Rezension] Lass ich los von Jane Corry

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Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Diana Verlag
Erscheinungstermin: 13. November 2017
ISBN-10: 3453359380



Als die junge Anwältin Lily Ed heiratet, hofft sie auf einen Neuanfang. Sie möchte die Geheimnisse der Vergangenheit hinter sich lassen. Doch als sie ihren ersten wichtigen Fall annimmt, fühlt sie sich merkwürdig von ihrem Klienten angezogen. Einem Mann, der des Mordes angeklagt ist. Einem Mann, für den sie bald alles riskiert. Doch ist er wirklich unschuldig?

Jane Corry ist Autorin, Journalistin und unterrichtet Kreatives Schreiben. Nachdem sie drei Jahre in einem Hochsicherheitsgefängnis gearbeitet hatte, schrieb sie ihren ersten Psychologischen Thiller. «Lass mich los» ist zum Teil von ihren Erfahrungen dort inspiriert.



Das Cover zu „Lass mich los“ ist typisch Thriller: Dunkler, zerkratzter Hintergrund, darauf in großen, gelben und plakativen Lettern der Buchtitel. Sehr simpel aber dadurch für mich sehr ansprechend, weil es bis auf den vielversprechenden Titel keine Hinweise auf den Inhalt des Buches gibt und so lediglich eine gewisse Grundstimmung vermittelt wird.

Das die Autorin hier auch Erfahrungen aus ihrem Arbeitsalltag im Hochsicherheitsgefängnis eingebracht hat, hat mich wirklich neugierig gemacht.

In „Lass mich los“ geht es um Lily, die junge Anwältin, die nach Hochzeit und Flitterwochen mit dem Künstler Ed einen Fall annimmt, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen sollte.

Joe Thomas, der wegen Mord verurteilt wurde, behauptet neue Beweise für seine Unschuld zu haben und strebt deshalb eine neue Gerichtsverhandlung an.
Lily übernimmt diesen Fall und scheint schon nach kurzer Zeit weder den Geheimnissen auf den Grund gehen zu können, noch dem Charme ihres Klienten entkommen zu können.
Als es auch in der Ehe der jungen Frau nicht mehr ganz so glatt läuft wie sie es sich erhofft hatte, gerät ihr Leben ins wanken.

Die einzelnen Charaktere, angefangen von Lily über Ed und Joe bis zu Carla, der Nachbarstochter wirken ehrlich und mit viel Bedacht ausgearbeitet und fügen sich sehr gut in dieses Setting ein.
Einzig eine ungewöhnliche Häufung des Asperger-Syndroms innerhalb des Thrillers wirkt leicht konstruiert, was mich allerdings nicht nachhaltig stört.

Abwechselnd aus der Sicht von Lily und Carla wird die Geschichte erzählt. Dabei bleibt es durchgehend spannend ohne zu viel auf einmal aufzulösen. Scheibchenweise nähert man sich der Auflösung, wobei die Autorin es schafft mit nur wenigen Worten eine Situation zu umreißen. Sie beschreibt genug um sich alles vorstellen zu können, lässt aber sehr viel Raum für eigene Vorstellungen, was mir besonders beim Fehlen übertrieben blutrünstiger Taten entgegen kommt. Viel mehr entsteht die Spannung hier durch die Psyche, die sehr angeregt wird.
Überhaupt ist der Schreibstil sehr eingängig, was die 570 Seiten recht fix lesen lässt.

Ein gelungener Psychothriller, der es mit seinen Wendungen geschafft hat die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu halten und mich durch die angenehme Schreibweise und die realistisch wirkenden Charaktere von sich überzeugen konnte.


Sonntag, Januar 7

[Rezension] Frankenstein: oder Der moderne Prometheus von Mary Shelley

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Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Manesse Verlag
Erscheinungstermin: 2. Oktober 2017
ISBN-10: 3717523708


Die Faszination des Frankenstein-Mythos ist bis heute ungebrochen. Mary Shelleys spannendes Meisterwerk lotet die Grenzen unserer Fantasie aus und erweckt einen ewigen Traum zum Leben: den Traum von der Erschaffung eines menschenähnlichen Wesens.

Nach Jahren des Experimentierens ist es dem ehrgeizigen Forscher Victor Frankenstein gelungen, aus toter Materie einen künstlichen Menschen zu erschaffen. Doch das Ergebnis seiner alchemistischen Versuche erschüttert ihn bis ins Mark. Entsetzt überlässt er das Wesen seinem Schicksal. Dessen verzweifelte Suche nach Nähe und Akzeptanz endet in Chaos und Verwüstung. Als das Wesen nach und nach Rache an Frankensteins Familie nimmt, beschließt dieser, seine Kreatur zu jagen und zu töten… Das Erstlingswerk einer 19-Jährigen entstand als Gruselgeschichte zum Vorlesen im Freundeskreis. Der jungen Mary Shelley gelang einer der berühmtesten Romane der Weltliteratur, der seit nunmehr 200 Jahren und auch heute noch gültige Fragen zur Verantwortung des Menschen über seine Schöpfung stellt. Zum Jubiläumsjahr veröffentlichen wir eine Übersetzung der Urfassung von 1818.

Mary Wollstonecraft Shelley, die 1797 in London als Tochter einer Frauenrechtlerin und eines Revolutionärs geboren wurde, schrieb im Alter von zehn ihr erstes Buch. Noch keine 17 Jahre alt, brannte sie 1814 mit dem jungen Dichter Percy Shelley durch, den sie schließlich 1816 heiratete. Angeregt durch die Lektüre von Gruselgeschichten entstand ihr erster Roman «Frankenstein», der in seiner Urfassung von 1818 für einen Skandal sorgte und ein großer Erfolg wurde. Nach dem frühen Tod ihres Mannes schrieb Shelley fünf weitere Romane sowie Erzählungen. Sie starb 1851 in London.



Auffallend aber weniger gruselig erscheint das Cover zu Frankenstein. In strahlendem Pink gehalten, darauf eine grünliche (vermutlich von Frankenstein?) Hand, die ein Kärtchen mit dem Autorennamen und dem Buchtitel hält. Schon farblich zieht das Buch die Blicke auf sich, wobei ich bei „Frankenstein“ eigentlich eher weniger an knalliges Pink denke.
Viel aufregender finde ich allerdings die hochwertige Verarbeitung. In kontrastreichem Schwarz sieht man die Bindung, passend dazu das Lesebändchen und das Vorsatzpapier des Buchdeckels. Insgesamt eine wirklich ansprechende Jubiläumsausgabe, die auffällt und modern wirkt.

Den meisten hier wird beim Gedanken an Frankensteins Monster wohl die ein oder andere Film-Adaption oder ein Erscheinen in Zeichentrick oder Kinder-Gruselfilm in den Sinn kommen.
Das mit der eher klischeehaften Darstellung ein gewisses Genre bedient werden sollte, ist klar. Als der Manesse Verlag zum Jubiläumsjahr die Urfassung von 1818 neu herausgebracht hat und in eine handliche und sehr ansprechend gearbeitete Form brachte, konnte auch ich nicht widerstehen und wollte mich vom Frankenstein-Mythos berieseln lassen.

Die Geschichte Frankensteins wird hier von einer Rahmenhandlung eingefasst, in der ein englischer Seefahrer den Forscher Victor Frankenstein von einer Eisscholle aufliest. Dieser erzählt dann über seine Vergangenheit: die Zeit an der Universität, seinen Forschungsdrang, seine Gedanken darüber Tote zum Leben zu erwecken und wie er dies schließlich geschafft hat. Und man erfährt auch, wie die Zeit nach diesem Durchbruch für seine Schöpfung war und was Victor letztendlich auf das Schiff Walton´s brachte.

Dabei bekommt man als Leser durch die wechselnde Ich-Perspektive einen guten Einblick in die Sichtweisen der verschiedenen Beteiligten: Die Robert Waltons, der in Briefen an seine Schwester von der Unterhaltung mit Frankenstein berichtet, die des Wissenschaftlers Victor Frankenstein selber und als dieser auf seine Schöpfung trifft, wechselt die Erzählweise in seine Perspektive.

Dies sind nur einige wenige Stichpunkte einer Geschichte, die ihr größtes Grauen nicht in der Wiederbelebung eines Toten findet sondern vielmehr in der Erschaffung eines Monsters durch die Ablehnung und Verachtung der Gesellschaft. Das Mary Shelley damit eines der bedeutendsten Bücher verfasst, deren Inhalt noch heute zeitgemäß ist und zum Nachdenken animiert hätte wohl niemand erahnen können. Denn dies war keines Wegs so geplant. Die Autorin schrieb das Buch ursprünglich als Geschichte, die beim Vorlesen im Freundeskreis für Gruselstimmung sorgen sollte.

Neben der Handlung konnte mich Shelley aber auch mit ihrem Schreibstil fangen. Die detaillierten Beschreibungen der Umgebung zum Beispiel konnten mich richtig in die Landschaften entführen und auch die Wortwahl ist sehr angenehm und versprüht einen ganz eigenen Charme ohne zu altbacken oder verschnörkelt zu sein.

Vor 200 Jahren geschrieben könnte dieses Buch nicht aktueller sein.

Ich habe das Buch sehr genossen, habe es in einem Rutsch ausgelesen und kann es nur weiter empfehlen, denn dies ist kein verstaubter Klassiker, der lange grübeln lässt, worum es eigentlich geht. Es ist ein niedergeschriebener Spiegel, der in einer Zeit zwischen fortschreitender Forschung, Andersartigkeit und gesellschaftlichem Druck vorgehalten wird und so manche aktuelle Frage aufwirft.


Donnerstag, Dezember 28

[Rezension] Constellation – Gegen alle Sterne (Band 1) von Claudia Gray

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Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: cbj
Erscheinungstermin: 20. November 2017
ISBN-10: 3570174395




Er ist programmiert, sie zu töten. Sie ist bereit, ihn zu vernichten. Bis sie sich näher kommen als gedacht …

Noemi ist bereit zu sterben, um ihren Planeten gegen die Erde zu verteidigen. Als sie in einem verlassenen Raumschiff nach Hilfe für ihre schwer verletzte Freundin sucht, trifft sie auf Abel, die perfekteste künstliche Intelligenz, die je entwickelt wurde. Er ist programmiert, sie zu töten. Gleichzeitig aber muss Abel dem ranghöchsten Menschen an Bord gehorchen. So gelingt es Noemi, ihm das Geheimnis zu entlocken, das ihren Planeten retten kann. Dafür müsste sie Abel zerstören. Doch Abel sieht nicht nur aus wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Je näher sich die beiden auf der lebensgefährlichen Mission kommen, desto klarer wird Noemi: Er fühlt auch wie ein Mensch. Bald steht er längst nicht mehr nur aus programmiertem Gehorsam zu ihr. Aber ist er wirklich frei, alles für sie zu tun?

Claudia Gray hat unter anderem als Anwältin und Journalistin gearbeitet, bevor sie zu schreiben begann und mit ihrer romantischen Fantasyreihe „Evernight“ weltweit die Bestsellerlisten eroberte. Claudia Gray geht gern auf Reisen, mag Architektur, Geschichte, Science-Fiction und – natürlich – das Schreiben. Zurzeit lebt sie in New Orleans.



Dieses Cover ist mir direkt ins Auge gesprungen. Auf dem wunderschönen Universums-Untergrund sieht man das Gesicht eines Mädchens, darauf ein Sternenbild. Die weiße Schrift, teils verschnörkelt, teils sehr sc43hlicht gehalten unterstreicht hier nur die Grundstimmung des Bildes und wirkt nicht aufdringlich. Wirklich toll gelungen.

Was sich auf den ersten Eindruck liest, wie eine Abwandlung zahlreicher, schon bestehender Geschichten, hat mich regelrecht aus einer kleinen Leseflaute herauskatapultiert.

Als Feinde begegnen sich Noemi und Abel. Abel ist eine Maschine mit künstlicher Intelligenz, die darauf programmiert ist, Menschen wie Noemi zu töten, gleichzeitig jedoch dem ranghöchsten Menschen zu gehorchen, der sich auf seinem Raumschiff ist.
Da Noemi dies ist, kann er sie nicht nur nicht töten, er verrät ihr auch, wie das junge Mädchen ihren Planeten retten kann.
Es kommt wie es kommen muss, die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verschwimmen, Hass weicht Sympathie... Sympathie weicht schließlich Liebe.

Constellation ist aber keines Wegs eine einfache Liebesgeschichte. Es dreht sich viel um die künstliche Intelligenz. Man gerät selber ins Grübeln, in wie weit Verstand und Gefühle programmiert werden können, ob Sarkasmus und Witz Charakterzüge sind oder doch nur eine auf mathematischen Grundsätzen bestehende Konversation ist.

Mir hat Abel als Mech, also als Maschine mit künstlicher Intelligenz, sehr gut gefallen und er hat für mein Empfinden eine unglaublich spannende Komponente zu der Geschichte hinzugefügt, die ihre Höhepunkte im Zusammenspiel mit Noemi und auch in dem Moment hat, wo er seinem Schöpfer gegenüber tritt.

Auch Noemi ist ein sehr gelungener Charakter. Für ihre 17 Jahre ist sie sehr reif und entschlossen. Sie steht hinter ihren Entscheidungen und ist sich und ihren Prinzipien treu, ohne dabei jedoch sturr zu sein. Ich finde es ist eine große Stärke, seine Entscheidungen zu hinterfragen, wenn man neue Erkenntnisse hat und diese dann auch zu ändern.
Ihr Mut und ihr Kampfgeist bringen sie dazu auch ihr eigenes Leben in Gefahr zu bringen, wenn sie dafür nur ihren Planeten retten kann. Und dennoch hat sie neben all diesen toughen Eigenschaften ruhige und überlegte Seiten, die sie nicht zu eindimensional wirken lassen.

Claudia Gray verpackt die Geschichte mit ihren wunderbaren Charakteren in einem wohligen Paket aus Schreibstil und abwechslungsreicher Erzählweise.
Man wird als Leser gut abgeholt, die lockere Art zu schreiben trägt schnell ins Geschehen und Dank der sich gut aufbauenden Spannung und der Kapitel-Cliffhanger möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Ich hoffe der zweite Band dieses Page-Turners kommt schnell und steht diesem Auftakt in nichts nach.

Für mich ein absolut gelungenes Buch über fremde Welten und künstliche Intelligenz, das mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen konnte. Klare Leseempfehlung von mir.


Samstag, Dezember 16

[Rezension] Lord of Shadows: Die dunklen Mächte 2 von Cassandra Clare

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Gebundene Ausgabe: 832 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungstermin: 9. Oktober 2017
ISBN-10: 3442314259

Die junge Schattenjägerin Emma Carstairs hat ihre Eltern gerächt, doch sie findet keinen Frieden. Denn aus der Freundschaft zu ihrem Parabatai Julian ist Liebe geworden – und nach den Gesetzen der Schattenjäger hat eine Beziehung zwischen zwei Parabatai tödliche Konsequenzen. Um Julian und sich zu schützen, lässt sich Emma daher ausgerechnet auf Julians Bruder Mark ein. Mark, der fünf Jahre bei den Feenwesen lebte und dessen Loyalität nicht wirklich geklärt ist.

Zumal Unruhe herrscht in der Unterwelt. Die Feenwesen mussten sich nach dem Dunklen Krieg harten Bedingungen beugen und begehren auf. Aufgerieben zwischen den Intrigen des Feenkönigs und der unerbittlichen Härte jahrtausendealter Gesetze müssen Emma, Julian und Mark ihre privaten Sorgen vergessen und gemeinsam für all das kämpfen, was sie lieben – bevor es zu spät ist und ein neuer Krieg ausbricht

Cassandra Clare ist eine internationale Bestsellerautorin. Ihre Bücher wurden weltweit über 50 Millionen Mal verkauft und in 35 Sprachen übersetzt. Die beiden Serien »Chroniken der Unterwelt« und »Chroniken der Schattenjäger« gehören zu ihren größten Erfolgen und stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Auch ihre neue Reihe, die »Chroniken der Dunklen Mächte«, wurde zum großen Bestsellererfolg. Cassandra Clare lebt in Massachusetts, USA.


Sehr dunkel erscheint das Cover zu Lord of Shadows. Das einzig erkennbare ist eine männliche Figur, die ein Schwert hält und zu schweben scheint. Darunter liest man in unaufgeregter Schriftart den Autorennamen und den Buchtitel. Alles in allem ein ehr unscheinbares Cover.

Da dies der zweite Teil der Reihe ist, möchte ich hier nicht groß auf den Inhalt eingehen, um alle, die den ersten Band noch nicht gelesen haben nicht zu spoilern.

Viel mehr möchte ich auf die Weiterentwicklung der Geschichte zu sprechen kommen. Mittlere Bände haben ja oft den bitteren Beigeschmack, die Reihe nur in die Länge zu ziehen. In vielen Teilen passiert deshalb nicht so viel, es wird gefühlte Ewigkeiten auf das Finale hingearbeitet, quasie die Ruhe vorm Sturm zelebriert.
Lord of Shadows bietet in meinen Augen einen tollen Mittelband. Auch hier wird viel auf Charaktere eingegangen und Beziehungen beschrieben und vertieft. Jedoch findet dies zwischen vielen spannenden Ereignissen, Plottwists und einem besonders erfreulichen Wiedersehen mit Alec, Magnus, Clary und Jace statt.

Die Charaktere erhalten mehr Tiefe, werden emotionaler und man kann als Leser noch besser hinter die ein oder andere Gefühlsregung blicken.

Was mir persönlich sehr gefallen hat waren die kurzen Rückblicke die es immer mal wieder gab. So schlich sich der erste Band der Reihe immer mal wieder ins Gedächtnis und thematisch wurden Lücken gefüllt.

Cassandra Clare ist eine meiner Lieblingsautorinnen, was unter anderem an ihrem Schreibstil liegt. Ich mag es, wie sie es immer wieder schafft mich nicht nur lesen zu lassen sondern mich mit ihren Worten regelrecht in die Geschichte saugt. Auch in diesem Buch wurde ich nicht enttäuscht. Sie beschreibt die Gegebenheiten so anschaulich und die einzelnen Personen so nahbar, das man das Gefühl hat, man steht direkt neben ihnen.

Zum Ende des Buches wird es noch einmal richtig spannend und man merkt, das es jetzt aufs Ende zugeht. Mit vielen offenen Fragen wurde ich ein wenig verzweifelt zurückgelassen. Jetzt hoffe ich, das der finale Band schnell folgt und alle Fragen beantwortet werden und sich die ganze Geschichte in einem grandiosen Ende bündelt.

Lord of Shadows ist ein gelungener zweiter Band, in dem es mir Freude gemacht hat die Charaktere besser kennen zu lernen und ihre Entwicklung mitzuerleben. Dank des wunderbaren Schreibstils fliegen die über 830 Seiten nur so dahin.