Freitag, Juni 16

[Rezension] Murder Park von Jonas Winner



Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 13. Juni 2017
Genre: Thriller
ISBN-10:3453421760



Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde.

Ein Killer ist auf der Insel …keiner kann dem anderen trauen …die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen …

Jonas Winner wurde in Berlin geboren, wuchs in Rom und den USA auf, arbeitete auf dem Bau, am Fließband und als Nachtportier, studierte und schloss mit einer Promotion über Spieltheorie ab. Er drehte Reportagen fürs Fernsehen und schrieb Drehbücher für ARD, ZDF, Sat.1 und RTL. Kritiker über sein Thriller-Debüt: "Davids letzter Film" (dtv): "Jonas Winner - eine echte Entdeckung auf dem deutschen Buchmarkt" (Ostthüringer Zeitung), "Ausdrückliche Leseempfehlung" (Focus), "Stilistisch klar und knapp, düster, erschreckend und faszinierend zugleich" (Rundschau Neumarkt).

In 2011/2 erscheint sein siebenteiliger Roman "Berlin Gothic" (monatelang kindle #1 Bestseller, über 120.000 verkaufte E-Books, Berichte in heute, WISO, FAZ, Zeit, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Basler Zeitung, Thüringer Allgemeine, taz, Deutsche Welle TV...), in 2012 "Der Architekt" (Droemer Knaur). Juni 2013: "Berlin Gothic" als Gesamtausgabe bei Knaur TB. Alles über Jonas Winner und das Berlin Gothic Universum auf jonaswinner.com, Twitter: @Jonas_Winner und Facebook Jonas-Winner.


Dieses im neativ abgedruckte Cover macht richtig Stimmung. Ganz in Schwarz- und Weißtönen gehalten wirkt es so deutlich düsterer als es in realer Farbgebung würde. Mit dem Wasser im Vordergrund, dahinter den Murder Park, von dem man deutlich Riesenrad und Achterbahn erkennen kann. Auffällig gelb sind dagegen Buchtitel und Autorenname. Für mich ein stimmiges Bild und eine gelungene Einladung in den Murder Park.


Murder Park... schon der Titel allein hat mich neugierig gemacht und der Klappentext hat meine Vorfreude auf das Buch nur noch gesteigert. Ein Park, der mit den Ängsten seiner Besucher spielt? Mal ehrlich, wer wie ich Lust auf einen spannenden Thriller hat, der wird von solchen Worten magisch angezogen. Das Problem dabei ist nur, das man seine Erwartungen an den Inhalt des Buches schon recht hoch ansetzt.

Kurzum: Dieser Park wird gebaut und um alles zu testen und die Gerüchteküche anzuheizen dürfen zwölf Singles in den Park und drei volle Tage dort verbringen. Diese zwölf Menschen sind einzeln ausgesucht und durch einen Psychiater befragt worden. Jeder bringt seine Erfahrungen, Ängste und ganz eigene Verbindung zur Thematik mit. Als die Morde beginnen, steigert sich auch die Besorgnis der Besucher. Ist eine weitere, unbekannte Person auf der Insel oder nutzt einer von Ihnen die Atmosphäre und Abgeschiedenheit des Parks um zu töten?

Absolut flüssig und von Anfang an spannend erzählt Jonas Winner von den Menschen und den Ereignissen. Dabei werden immer wieder die Mitschriften der vorangegangenen Gespräche zwischen dem Psychiater Sheldon Lazarus und den Testpersonen eingeworfen. Hier erfährt man viele wichtige und auch spannende Details über die einzelnen Charaktere und erwischt sich beim Lesen und Rätseln, wer die größten Ambitionen hat, sich als Mörder zu entpuppen.
Bis zum Schluss wird dieser jedoch geheim und somit der Spannungsbogen aufrecht gehalten, wobei Winner mich mit dem Twist am Ende doch noch einmal überraschen konnte.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und werden, für den Umfang der Personen, gut beleuchtet und persönliche Einzelheiten ausgearbeitet. Die Darstellung der Menschen gefällt mir ganz gut, denn obwohl bei einem gut 400 Seiten starken Buch in dem auch noch eine Menge passiert nicht die Möglichkeit gegeben ist, jeden einzelnen Charakter bis ins kleinste zu beschreiben, schafft Jonas Winner es durch die eingeflochtenen Interviews einen umfassenden Eindruck jedes einzelnen zu hinterlassen.

Als Leser begleitet man in der fortlaufenden Handlung den Reporter Paul Greenblatt. Nachvollziehbar lernt man seine Gedankengänge und Handlungen kennen und empfindet beim lesen ebenfalls einen kleinen Schauer, wenn sich Schatten hinter ihm formieren und er bedrohlich wirkende Geräusche vernimmt.


Jonas Winner hat mir mit Murder Park genau das gegeben, was ich mir erhofft habe: Nervenkitzel und Spannung in einer -zumindest für mich- neuen Kulisse. Thriller-Freunden und Spannungsliebhabern kann ich nur wärmstens empfehlen sich dieses Buch einmal genauer anzuschauen und sich die Leseprobe durchzulesen.



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