Mittwoch, Mai 10

[Rezension] Selkie von Antonia Neumayer

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Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 10. April 2017
ISBN-10: 3453317998


Als Kate im Hafen ihrer kleinen Heimatinsel im Orkney-Archipel die drei Fremden das erste Mal sieht, weiß sie, dass es Ärger geben wird. Die Männer sind gekommen, um ihren älteren Bruder Gabe mitzunehmen. Doch wohin und warum, das verraten sie nicht. Und das ist völlig inakzeptabel, findet Kate. Heimlich schleicht sie sich auf den Kutter der Fremden, um Gabe zu retten. Doch dann taucht der geheimnisvolle Ian an Bord auf, ein Schuss fällt. Und plötzlich springt Kate an Ians Seite in die eiskalte Nordsee. Mitten hinein in ein Abenteuer, das alles, was sie bisher über ihre Familie und ihre Inselwelt wusste, ins Wanken bringt …
Antonia Neumayer wurde 1996 in München geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie verschiedene Praktika, u.a. in den Bavaria Filmstudios, und studiert inzwischen Germanistik und Theaterwissenschaften in München. Ihre große Leidenschaft gehört jedoch der Fantastik. Bereits als Kind dachte sie sich Geschichten und Abenteuer für ihre Freunde aus. Sie schrieb mehrere Kurzgeschichten, bevor sie mit Selkie ihren ersten Roman verfasste. Die Autorin lebt in der Nähe von München.



Schwerelos wirkt dieses Mädchen auf dem Buchdeckel von Selkie. Sie schwimmt Nachts, nur beleuchtet von dem Mondlicht, welches das Wasser in dunkeles Petrol färbt.
Mit den Felsen im Hintergrund befindet sich im unteren Drittel des Covers der in weiß gehaltene Autorenname sowie darunter der Buchtitel.



Da ich einfach mal wieder Lust auf ein gutes Fantasybuch hatte, hat mich Selkie direkt angesprochen. Das schöne Cover zog meinen Blick auf sich und auch der Klappentext konnte mich schnell davon überzeugen, das ich dieses Buch unbedingt lesen will.

Nach kurzen Unsicherheiten kommt man gut in die Geschichte rund um Kate, ihren Bruder und deren Schicksal hinein und spätestens als Kate sich auf dem Kutter befindet hat sich die Autorin scheinbar ausgependelt und man kann als Leser vollkommen ankommen.

Der Schreibstil, den Antonia Neumayer in Selkie zeigt ist wunderbar. Sie beschreibt die Welt von Kate und Ian mit solch einer bildhaften Art, das man sich hier gerne von den schönen Bildern in seinem Kopf fangen lässt. Trotzdem bleibt viel Spielraum für eigene Gedankengänge und die Autorin schafft es trotz der malerischen Kulisse eine gute Prise Spannung einrieseln zu lassen, was neben der guten Handlung dafür sorgt, das beim lesen keine Längen aufkommen.

Die Charaktere in Selkie sind bedacht gewählt und hauchen dem Buch richtig Leben ein. Kate, die Protagonistin ist extrem sympathisch. Sie hat eine furchtlose Abenteuerlust in sich und erinnert mich in Zügen ein wenig an Heldinnen meiner Kindheit wie Ronja Räubertochter oder Pipi Langstrumpf.
Ian dagegen ist mir zwar nicht von vorne herein sympathisch, jedoch scheint er im Laufe der Geschichte seinen Panzer abzulegen. Je mehr er von sich preis gibt, desto mehr Verständnis kann man ihm entgegen bringen und anfängliche Antipathie verfliegt mehr und mehr.
Auch die anderen, im Buch aufkommenden Personen wirken nicht eindimensional und das Zusammenspiel von allen Charakteren wirkt recht authentisch.

Mir hat vor allem der konstante Handlungsverlauf gefallen, dessen Spannungsbogen zwar variiert aber nicht abreißt und dessen Ereignisse sich wie eine Blume im Laufe der Geschichte weiter und weiter entfalten.
Zwar hätte mir ein wenig mehr Input aus der Welt der Selkies gefallen weil grade die Mythologie darum für mich ein Faktor war dieses Buch zu lesen aber alles in allem ist dies ein gelungenes Erstlingswerk von Antonia Neumayer, bei der ich schon auf weitere Bücher gespannt bin.


Ein gut gelungenes Erstlingswerk, das sich nicht hinter anderen Büchern des Genres verstecken muss. Obwohl ich mir mehr über die Mythologie der Selkies gewünscht hätte, hatte ich einige schöne Lesestunden mit einem Buch, das ich ohne weiteres weiterempfehlen kann.



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