Sonntag, Mai 7

[Rezension] Geständnisse von Kanae Minato




Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag
Erscheinungstermin: 27. März 2017
ISBN-10: 3570102904




Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

Kanae Minato, geboren 1973 in Japan, begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit dem Bestseller "Geständnisse", der erfolgreich verfilmt wurde. Ihre Romane und Kurzgeschichten wurden vielfach ausgezeichnet.
Den matten, bläulich-grauen Grund dieses Einschlags ziert ein hochglänzender roter Apfel, von dem Blut tropft. Es ist schlicht und macht dennoch neugierig auf die Geschichte, die hinter diesen Buchdeckeln wartet.


Als ich den Klappentext gelesen habe, stand für mich fest das ich dieses Buch unbedingt lesen will. Es klingt so spannend und mitreißend, eine Lehrerin, die durch einen vermeintlichen Unfall ihr Kind verliert und sich an ihren Schülern rächen will. Das verspricht entweder richtig packend zu werden oder ein totaler Reinfall. Ich entschied mich mit hohen Erwartungen in die Geschichte einzusteigen.

Dieses Buch ist wie ein Puzzle aufgebaut. In sechs Kapiteln erfährt der Leser aus sechs unterschiedlichen Perspektiven was passiert ist und jede Sichtweise bringt neue Informationen mit sich. Laufend werden neue Geständnisse eingebaut, die zum Teil sehr erschütternd sind und die Wahrheit, die bis dahin zu existieren schien gerät aus den Fugen.

Moriguchi´s Leben wird beleuchtet und man verfällt beim Lesen in immer größere Spannungshaltung, die auch bis zum Schluss nicht abreißt. Man ist gefangen zwischen Schuld und Unschuld, Gut und Böse und macht mit den ganzen Gefühlen, die dieses Buch aufwirft eine erschreckend tiefgründige Reise mit.

Geständnisse ist kein Lesestoff für „zwischendurch“ oder als lockeres Buch für einen ruhigen Abend geeignet, es ist viel mehr aufwühlend und trotz der „nur“ 272 Seiten eine ganz große Geschichte, die durch die Gefühle, die beim Lesen entstehen getragen wird.

Ein Buch, das ich wirklich jedem, der sich durch den Klappentext angesprochen fühlt uneingeschränkt empfehlen kann.

Geständnisse schockiert, wühlt auf und verstört , es ist komplex und dennoch enorm unterhaltend und nimmt seine Leser auf eine Gefühlsachterbahn mit, die sich ihren Weg zwischen Gut und Böse sucht. Ganz großes Kino!


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