Freitag, September 25

[Rezension] Emma Roth und die fremde Hand - Ein Wien-Krimi von Erika Urban


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Broschiert: 176 Seiten
Verlag: Styria Premium; Auflage: 1 (17. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3222135037
ISBN-13: 978-3222135033


Als die kleine Marie im Wiener Getümmel spurlos verschwindet übernimmt Kommissarin Emma Roth und ihr Team den Fall. Besonders Ähnlichkeiten zu früheren Entführungen werfen einen beängstigenden Schatten auf die ohnehin schlimme Tat.
Für Emma verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Zudem stellt eine abgetrennte Hand eine Verbindung zwischen einem sadistischen Mörder und der Entführung der kleinen Marie dar. Ist das Mädchen noch zu retten?

Ein Krimi steht und fällt mit seinen Ermittlern – das ist klar. Aber hier wurde ein Hauptcharakter erschaffen, der sich wirklich sehen lassen kann. Emma Roth ist eine Kettenraucherin, eine Bier- und Schnapstrinkerin und eine Frau, die sich mit einem Klamottenstil eines Freizeithippies nicht in die Schublade eines „typischen Beamten“ stecken lässt. Emma lebt ihren eigenen täglichen Kampf gegen Familienprobleme und ausschweifende Abende, die oftmals gekrönt von Kopfschmerzen und Erinnerungslücken, ihre Vollendung im Schlaf im Büro finden. Dennoch nimmt sie ihren Job sehr ernst und versucht sich nicht zu sehr von ihrem Privatleben beeinflussen zu lassen. Erfrischend ist hier vor allem das gesunde Maß an menschlichen Fehlern und Andersartigkeit das es benötigt um von der Norm eines typischen Ermittlers abzuweichen aber dennoch nicht in die Situation zu geraten Mitleid mit der Figur zu haben. Wie ich finde eine besonders gut gelungene Mischung, die ich bei einem weiblichen Charakter so nicht erwartet hätte.


Erika Urban beschreibt Situationen und Personen auf eine Weise, die ich so bisher selten gelesen habe. Ohne viele Worte zu benutzen erfasst sie markante Punkte und stellt sie in einen Kontext, der sich direkt im inneren Auge einbrennt und so ohne viel Schnickschnack eine Figur beschreibt. So bleibt der Roman mit seinen 176 Seiten sehr kompakt und dennoch flüssig und gut lesbar.




„Emma Roth und die fremde Hand“ ist ein toller Wien-Krimi mit hartem Ton und einer untypischen Ermittlerin und hat somit alles, was ein lesenswertes Buch haben muss. Ich bin gespannt auf Fortsetzungen mit Emma Roth.

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