Montag, Mai 22

[Rezension] CanGu und die Kuchenkrümel von Audrey Harings




Taschenbuch: 204 Seiten
Verlag: AH Tales and Stories S.L.
29. März 2017
ISBN-10: 8494667327
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 12 Jahre



Die Jansens – das sind Mutter Jacqueline, Vater Jonas und die Söhne Jamie und Jason – sind eine „Großfamilie“ geworden: Die Hündin Coco hat drei kleine Welpen geboren! Doch es naht der Sommer und die Kinder möchten so gerne ans Meer! Da beschließen die Jansens, die Hunde in Pflegefamilien unterzubringen. Die kleine Gucci kommt auf einen Bauernhof und schließt gleich neue Freundschaften. Leider mag der Kater Canelo überhaupt nicht, dass er die Aufmerksamkeit seines Frauchens mit diesem kleinen Hund teilen soll. Er stellt Gucci eine verhängnisvolle Falle

Audrey Harings wurde als einziges Kind ihrer Eltern 1969 in Trier geboren. Schon mit 11 Jahren rezensierte sie Kinderbücher für das ZDF. Damals gab es bis zu 10 Mark für jedes besprochene Buch. Ihre Eltern waren Sänger und schrieben außerdem Schlagertexte, bei welchen Audrey sich schon damals einbrachte. Ihr Vater betreute das Kabelpilotprojekt Ludwigshafen und war Redakteur einer Fernsehsendung. Als Jugendliche schrieb sie Kurzgeschichten für die Schülerzeitung. Auch betreute sie Lesegruppen für ausländische Kinder. 2016 veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Sharj und das Wasser des Lebens“.

Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Töchtern, zwei Katzen und zwei Hunden an der
südlichen Costa Blanca in Spanien.

Ihre Passion ist es Kinderbücher für Kinder zu schreiben und zwar nur für Kinder.


Die Aufmachung des Buches ist ganz süß gemacht. Auf blau-weißem Hintergrund sieht man die Hauptakteure dieser Geschichte. Einen kleinen, putzigen Hund und eine süße Katze, die sich ein wenig zu streiten scheinen. Hinter ihnen ist wie in einem Fenster oder einem Bild eine Wiese und strahlender Himmel zu sehen. Zusätzlich findet man in der oberen rechten Ecke einen Pfotenabdruck, als wäre ein Hund mit dreckigen Pfoten über das Buch gelaufen. 
Das Cover finde ich so ganz gelungen zur Geschichte, es hätte mich im Buchladen aber, ohne die Autorin bewusst wahrzunehmen, vermutlich nicht angesprochen.
Zusätzlich findet man auf einigen Seiten im Buch Zeichnungen von Situationen um die es grade geht, die ich wirklich hübsch finde. Zusammen mit den kleinen Abbildungen von Pfotenabdrücken und Tieren ist das Innere ansprechend gestaltet.



Vor Kurzem habe ich euch >>HIER<< schon Sharj und der Feuerkristall von Audrey Harings vorgestellt. Die Art wie sie die Welt beschrieben hat und sie mit Sharj, einer wunderbaren Heldin besiedelt hat, hat mir sehr gefallen. So sehr, das ich mir auch ein weiteres Buch dieser Autorin anschauen wollte.
In CanGu und die Kuchenkrümel nimmt Harings ihre jungen Leser mit in die Welt der Haustiere.
In eine Welt, in der die Hündin der Jansens drei kleine Welpen bekommt und trotz der Liebe für die Tiere der Wunsch nach Urlaub ansteht. Kurzum werden für diese Zeit Pflegefamilien gesucht und dem Familienurlaub am Meer steht nichts mehr im Wege.

Besonders im Mittelpunkt steht Gucci und ihr Besuch auf dem Bauernhof, wo das Zusammentreffen mit den anderen Tieren einige turbulente Situationen bereit hält.
Das Leben der Tiere wird in diesem Buch gespickt mit Themen, die Kinder auch aus ihrem eigenen Umfeld kennen können. Man begegnet freundlichen und unfreundlichen Personen, hat witzige und traurige Momente und manchmal entpuppt sich jemand, den man nicht auf Anhieb mag als Freund.
Für Kinder besonders schön ist, das die Tiere sprechen können. Sie können sich so viel mehr mit den einzelnen Charakteren identifizieren und auch die Emotionen der Tiere besser verstehen.

Harings scheut auch nicht davor Themen wie Tierschutz, Tierheimleben und auch Tod in diese Geschichte einzuflechten. Diese sind allerdings sehr behutsam und Kindgerecht aufgearbeitet.
Auch allgemeine Werte haben einen großen Stellenwert in CanGu und die Kuchenkrümel. So finden respektvoller Umgang, Vertrauen, Fürsorge sowie Hilfsbereitschaft ihren Platz und geben gute Ansätze, Kindern ein Gespür für diese Thematiken zu vermitteln.

Das der richtige Umgang mit Tieren sowohl Mensch als auch Tier Freude bereitet zeigt die Autorin mit viel Witz und Humor. Ihr Schreibstil sorgt für Spaß beim Lesen und Kennenlernen der einzelnen Charaktere, die sie mit viel Liebe beschrieben hat.

Tierliebe Kinder, die schon alleine lesen können oder sich noch gerne vorlesen lassen finden sicher in diesem Buch eine schöne, altersgerechte Geschichte, die neben Spaß und Spannung noch viel mehr bereit hält.

CanGu und die Kuchenkrümel ist wieder ein wunderbares Kinderbuch zum Vorlesen oder für ältere Kinder zum selber lesen, bei dem ich es schätze, das Kinder etwas für sich mitnehmen können und wichtige Werte vermittelt werden ohne belehrend zu wirken.  



Sonntag, Mai 21

[Rezension] Manche Tage muss man einfach zuckern von Tamara Mataya



Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 10. April 2017
ISBN-10: 3453421698



Dauersingle Sarah hat die fixe Idee, dass die große Liebe auf der Internetseite »Missed Connections« auf sie wartet. Die Plattform richtet sich an all diejenigen, die ihren Traumpartner schon auf den Straßen von New York gesehen haben, aber nicht mutig genug waren, ihn anzusprechen. Doch Sarahs Mr. Right hat sie wohl noch nicht entdeckt, und so fängt sie eine Affäre mit Jack an, dem attraktiven Bruder ihres Mitbewohners. Er schafft es, ein wenig unverbindlichen Spaß in ihr Leben zu bringen. Doch dann taucht ein anonymer Verehrer auf »Missed Connections« auf …

Tamara Mataya ist eine Bibliothekarin, die es liebt, für jeden das richtige Buch zu finden. Sie unterrichtet Englisch als Zweitsprache und ist zudem Musikerin.


Wie eine mit bunter Kreide beschriebene Tafel präsentiert sich das Cover von „Manche Tage muss man einfach zuckern“. Verschiedene Schriftarten, unterschiedliche Schriftgrößen und kleine Verzierungen machen den Eindruck komplett.
In „Manche Tage muss man einfach zuckern“ begleitet der Leser die Protagonistin Sarah, die vom Glück nicht grade verfolgt wird. Nach einer Kündigung kann sie die Miete für ihre Wohnung nicht mehr zahlen und ist nun auf der Couch ihres Kumpels gestrandet.
Die junge Frau, die resignieren könnte, entscheidet sich aber bewusst für den Kampf und sucht den Weg zurück in die Arbeit und somit auch in ihre eigenen vier Wände.

Sarah ist ein wunderbar ausgearbeiteter Charakter. Sie wirkt stark und selbstbewusst, vor allem aber selbstbestimmt und bei aller Träumerei ist sie auch sehr kritisch in Bezug auf sich selbst. Einfach eine Person, deren Handeln man nachvollziehen und mit der man sich identifizieren kann. Ich zumindest habe mit ihr mitgefühlt und mich bei positiven Wendungen mit ihr gefreut.

Die anderen Charaktere rund um sie herum sorgen für eine authentische Umgebung und wühlen das Leben der Protagonistin gehörig auf, was das Buch lebensnah macht und zulässt, das viele witzige und beschwingte Situationen entstehen.

Beschwingt ist ebenfalls der Schreibstil der Autorin. Sie verleiht dem Leben von Sarah trotz der Widrigkeiten eine gewisse Leichtigkeit und unterstreicht damit den Titel des Buches. „Manche Tage muss man einfach zuckern“ ist ein wunderbares Buch über Zeiten, an denen man mit einem Löffel Nutella bewaffnet die Decke über den Kopf ziehen möchte.

Bei all dem Positiven habe ich dennoch einen kleinen Kritikpunkt: Die Geschichte als solches war für mich leider relativ vorhersehbar. Ob das nun an der Story selber lag oder daran, das ich hier und da schon mal einen solchen Roman gelesen habe und man das Rad nunmal nicht neu erfinden kann möchte ich hier nicht beurteilen. Wollte es aber nicht unerwähnt lassen, da sicher auch einige Leser dieser Rezension ab und an zu dieser Art Roman greifen.

Spritzig und gut geschriebener Roman über das Leben und seine Hochs und Tiefs. Wer hier nicht schon zu oft in diese Roman-Schublade gegriffen hat, findet mit „Manche Tage muss man einfach zuckern“ einen locker-leichten Sommer-Lesegenuss.


[Auslosung] Was lange dauert wird endlich gut

Hallo meine Lieben, 

das Ende der Verlosung ist leider schon ein wenig her aber endlich komme ich auch dazu auszulosen. 
Ich mach es auch kurz und schmerzlos:



Honigtot von Hanni Münzer geht an Elke (becjat)

Bonsai von Alejandro Zambra geht an Katja (missrose1989)

Der Gast im Garten von Takashi Hiraide geht an Birgit (theladyreturns)

Melodie der Meerjungfrau von Michelle Lovric geht an Tiffi2000

Bitte schickt mir bis zum 28.05. eure Adresse und ggf. die Einverständnis eurer Eltern, das ich euch den Gewinn zusenden darf an
happy.booktime@gmail.com

Dienstag, Mai 16

[Rezension] Live this book von Tom Chatfield




Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Ariston
Erscheinungstermin: 3. April 2017
ISBN-10: 342420160X



Die vielen Seiten meines Lebens

Welche fünf Dinge inspirieren dich am meisten? Wann hast du zuletzt jemanden durch einen Witz oder eine Geschichte zum Lachen gebracht? Welche Ereignisse in deinem Leben hältst du für die bedeutendsten?

Tom Chatfield hat eine Fülle von Fragen entworfen, die dazu anregen, über das eigene Leben nachzudenken, und Gelegenheit bieten, sich Zeit zu nehmen für sich selbst und das, was im Leben wirklich wichtig ist. Das aufwendig gestaltete und durchgehend farbige Ausfüllbuch bietet viel Platz, um Gedanken und Antworten aufzuschreiben – und es regt dazu an, das Geschriebene in die Tat umzusetzen. Ein einzigartiger, begeisternder Mix aus Inspiration und Reflexion!

Tom Chatfield, Jahrgang 1980, hat am St. John´s College in Oxford studiert und dort seinen Doktortitel erlangt. Inzwischen lebt er in London und arbeitet als Schriftsteller und Redakteur, unter anderem beim Prospect Magazine. Er beschäftigt sich intensiv mit den Technologien unserer Zeit. Firmen wie Google, Six to Start und Intervox nehmen seine Beratertätigkeit in Anspruch.



Der Bucheinband ist flexibel und glatt. Es gibt kein Bild im eigentlichen Sinne, das den Inhalt des Buches transportieren soll, lediglich der Titel ist recht kreativ über den ganzen Buchdeckel gedruckt. Mit verschiedenen Farben, Schriftarten und -größen hat der Ariston-Verlag da etwas für meine Augen sehr ansprechendes gezaubert.
Auf die Gestaltung im Inneren gehe ich später noch ein wenig ein, was ich hier aber positiv finde ist der flexible Einband, durch den sich das Buch zum hineinschreiben voll aufklappen lässt und so im Gebrauch wirklich angenehm ist.

Hier habe ich heute mal wieder ein etwas anderes Buch. Keinen Roman, keinen Thriller sondern etwas, um sich selber ein wenig zu hinterfragen und über Dinge nachzudenken, die man selbst für sich gar nicht auf dem Schirm hatte.

Es werden viele Fragen gestellt, Behauptungen aufgestellt oder einfach nach Stichpunkten gefragt, die man ausfüllen soll. Manche Überlegungen sind schön und bringen einen zum lächeln, wieder andere haben mir weniger gefallen. Wobei ich aber auch sagen muss, das mich auch die Überlegungen, die mir nicht zugesagt haben irgendwie weiter gebracht haben. Da der Platz um seine Gedanken aufzuschreiben begrenzt ist fokussiert man sich auf Kernpunkte und hinterfragt sich selber so lange, bis man auf diese Punkte kommt. Ebenso gibt es viele Punkte, die man nach einiger Zeit noch einmal überdenken soll um seine Veränderungen zu dieser Aufgabe zu dokumentieren. Man hat hier also kein Ausfüllbuch, das man mal eben an einem Abend ausfüllt und ins Regal stellt sondern viel mehr etwas, das einen über längere Zeit immer wieder begleitet.

Selbstreflexion geht in diesem Buch Hand in Hand mit Kreativität, denn nicht nur die Gestaltung im Inneren ist einen Blick wert: Die Seiten sind bunt und mit unterschiedlichen Illustrationen bieten sie eine tolle Grundlage um dem Buch mit seinen Gedanken Leben einzuhauchen.
Ich habe mich auf vielen Seiten dabei erwischt, das ich kleinere Bilder gezeichnet habe oder auch etwas eingeklebt habe, was mir passend erschien. Und obwohl mein Buch noch immer nicht komplett ausgefüllt und voll ist habe ich das Gefühl es ist mittlerweile wirklich MEIN Buch geworden.

Beim Schreiben muss man übrigens keine Angst haben, das sich etwas durch zeichnet. Das Papier ist fest und hält Finelinern, Kullis und auch Füllern stand.

„Live this Book!“ ist ein wirklich passender Titel für dieses Buch, denn genau das tut man hier. Man lebt es, füllt es mit Leben, Gedanken und wächst durch die losgetretenen Gedankengänge auf mentaler Ebene. Ein toller Zeitvertreib für jeden, der sich gerne mal in sich und seine Gedanken zurück zieht, um den Alltag zu entschleunigen oder auch als Geschenk für Freunde.

Wer sich gerne mal in Gedanken verliert und sich selber hinterfragen möchte, dem empfehle ich hier einen Blick. „Live this Book!“ bietet viel Platz für Gedanken, Zeichnungen oder Ähnliches und hilft dabei, einige Dinge in seinem Leben einfach mal genauer zu betrachten.


Mittwoch, Mai 10

[Rezension] Selkie von Antonia Neumayer



Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 10. April 2017
ISBN-10: 3453317998


Als Kate im Hafen ihrer kleinen Heimatinsel im Orkney-Archipel die drei Fremden das erste Mal sieht, weiß sie, dass es Ärger geben wird. Die Männer sind gekommen, um ihren älteren Bruder Gabe mitzunehmen. Doch wohin und warum, das verraten sie nicht. Und das ist völlig inakzeptabel, findet Kate. Heimlich schleicht sie sich auf den Kutter der Fremden, um Gabe zu retten. Doch dann taucht der geheimnisvolle Ian an Bord auf, ein Schuss fällt. Und plötzlich springt Kate an Ians Seite in die eiskalte Nordsee. Mitten hinein in ein Abenteuer, das alles, was sie bisher über ihre Familie und ihre Inselwelt wusste, ins Wanken bringt …
Antonia Neumayer wurde 1996 in München geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie verschiedene Praktika, u.a. in den Bavaria Filmstudios, und studiert inzwischen Germanistik und Theaterwissenschaften in München. Ihre große Leidenschaft gehört jedoch der Fantastik. Bereits als Kind dachte sie sich Geschichten und Abenteuer für ihre Freunde aus. Sie schrieb mehrere Kurzgeschichten, bevor sie mit Selkie ihren ersten Roman verfasste. Die Autorin lebt in der Nähe von München.



Schwerelos wirkt dieses Mädchen auf dem Buchdeckel von Selkie. Sie schwimmt Nachts, nur beleuchtet von dem Mondlicht, welches das Wasser in dunkeles Petrol färbt.
Mit den Felsen im Hintergrund befindet sich im unteren Drittel des Covers der in weiß gehaltene Autorenname sowie darunter der Buchtitel.



Da ich einfach mal wieder Lust auf ein gutes Fantasybuch hatte, hat mich Selkie direkt angesprochen. Das schöne Cover zog meinen Blick auf sich und auch der Klappentext konnte mich schnell davon überzeugen, das ich dieses Buch unbedingt lesen will.

Nach kurzen Unsicherheiten kommt man gut in die Geschichte rund um Kate, ihren Bruder und deren Schicksal hinein und spätestens als Kate sich auf dem Kutter befindet hat sich die Autorin scheinbar ausgependelt und man kann als Leser vollkommen ankommen.

Der Schreibstil, den Antonia Neumayer in Selkie zeigt ist wunderbar. Sie beschreibt die Welt von Kate und Ian mit solch einer bildhaften Art, das man sich hier gerne von den schönen Bildern in seinem Kopf fangen lässt. Trotzdem bleibt viel Spielraum für eigene Gedankengänge und die Autorin schafft es trotz der malerischen Kulisse eine gute Prise Spannung einrieseln zu lassen, was neben der guten Handlung dafür sorgt, das beim lesen keine Längen aufkommen.

Die Charaktere in Selkie sind bedacht gewählt und hauchen dem Buch richtig Leben ein. Kate, die Protagonistin ist extrem sympathisch. Sie hat eine furchtlose Abenteuerlust in sich und erinnert mich in Zügen ein wenig an Heldinnen meiner Kindheit wie Ronja Räubertochter oder Pipi Langstrumpf.
Ian dagegen ist mir zwar nicht von vorne herein sympathisch, jedoch scheint er im Laufe der Geschichte seinen Panzer abzulegen. Je mehr er von sich preis gibt, desto mehr Verständnis kann man ihm entgegen bringen und anfängliche Antipathie verfliegt mehr und mehr.
Auch die anderen, im Buch aufkommenden Personen wirken nicht eindimensional und das Zusammenspiel von allen Charakteren wirkt recht authentisch.

Mir hat vor allem der konstante Handlungsverlauf gefallen, dessen Spannungsbogen zwar variiert aber nicht abreißt und dessen Ereignisse sich wie eine Blume im Laufe der Geschichte weiter und weiter entfalten.
Zwar hätte mir ein wenig mehr Input aus der Welt der Selkies gefallen weil grade die Mythologie darum für mich ein Faktor war dieses Buch zu lesen aber alles in allem ist dies ein gelungenes Erstlingswerk von Antonia Neumayer, bei der ich schon auf weitere Bücher gespannt bin.


Ein gut gelungenes Erstlingswerk, das sich nicht hinter anderen Büchern des Genres verstecken muss. Obwohl ich mir mehr über die Mythologie der Selkies gewünscht hätte, hatte ich einige schöne Lesestunden mit einem Buch, das ich ohne weiteres weiterempfehlen kann.



Sonntag, Mai 7

[Rezension] Geständnisse von Kanae Minato




Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag
Erscheinungstermin: 27. März 2017
ISBN-10: 3570102904




Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

Kanae Minato, geboren 1973 in Japan, begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit dem Bestseller "Geständnisse", der erfolgreich verfilmt wurde. Ihre Romane und Kurzgeschichten wurden vielfach ausgezeichnet.
Den matten, bläulich-grauen Grund dieses Einschlags ziert ein hochglänzender roter Apfel, von dem Blut tropft. Es ist schlicht und macht dennoch neugierig auf die Geschichte, die hinter diesen Buchdeckeln wartet.


Als ich den Klappentext gelesen habe, stand für mich fest das ich dieses Buch unbedingt lesen will. Es klingt so spannend und mitreißend, eine Lehrerin, die durch einen vermeintlichen Unfall ihr Kind verliert und sich an ihren Schülern rächen will. Das verspricht entweder richtig packend zu werden oder ein totaler Reinfall. Ich entschied mich mit hohen Erwartungen in die Geschichte einzusteigen.

Dieses Buch ist wie ein Puzzle aufgebaut. In sechs Kapiteln erfährt der Leser aus sechs unterschiedlichen Perspektiven was passiert ist und jede Sichtweise bringt neue Informationen mit sich. Laufend werden neue Geständnisse eingebaut, die zum Teil sehr erschütternd sind und die Wahrheit, die bis dahin zu existieren schien gerät aus den Fugen.

Moriguchi´s Leben wird beleuchtet und man verfällt beim Lesen in immer größere Spannungshaltung, die auch bis zum Schluss nicht abreißt. Man ist gefangen zwischen Schuld und Unschuld, Gut und Böse und macht mit den ganzen Gefühlen, die dieses Buch aufwirft eine erschreckend tiefgründige Reise mit.

Geständnisse ist kein Lesestoff für „zwischendurch“ oder als lockeres Buch für einen ruhigen Abend geeignet, es ist viel mehr aufwühlend und trotz der „nur“ 272 Seiten eine ganz große Geschichte, die durch die Gefühle, die beim Lesen entstehen getragen wird.

Ein Buch, das ich wirklich jedem, der sich durch den Klappentext angesprochen fühlt uneingeschränkt empfehlen kann.

Geständnisse schockiert, wühlt auf und verstört , es ist komplex und dennoch enorm unterhaltend und nimmt seine Leser auf eine Gefühlsachterbahn mit, die sich ihren Weg zwischen Gut und Böse sucht. Ganz großes Kino!